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Dr. Piotr Łysakowski

Dr. Piotr Stefan Łysakowski, geboren 1953, ist Historiker und Spezialist für deutsche und polnische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Er studierte an der Warschauer Universität und absolvierte von 1979 bis 1984 sein Doktorandenstudium am Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Promoviert wurde er mit einer Arbeit über Die Persönlichkeit Bismarcks als Politiker. Von 1984 bis 1991 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungslabor zu Handlungen der Nazi-Besatzung in Polen am West-Institut in Poznań tätig, von 1991 bis 1992 als Hauptspezialist zu Kontakten mit politischen Parteien im Büro des Regierungschefs. Im Anschluss war er bis 1993 im selben Büro Hauptspezialist beim Frauen- und Familienbeauftragten (hier wurde die Infrastruktur für die Entstehung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes geschaffen). Von 1993 bis 1998 übernahm Dr. Piotr Stefan Łysakowski die Leitung des Referats Schulaustausch beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk, von 1998 bis 2003 wurde er schließlich leitender Direktor dieser Organisation. Zeitgleich fungierte er als Mitglied der Auswahlkommission des Programms „Jugend für Europa“ und später „Jugend 2000“. In den Jahren 2002 und 2003 war er Mitglied im Nationalen Rat der Europäischen Integration beim Sekretär des Komitees für Europäische Integration. Von 2003 bis 2005 war er Direktor im Büro für Ausstellungen und historische Bildung am Institut der nationalen Erinnerung in Warschau, von 2005 bis 2006 Staatssekretär im Ministerium für Sport. Nach einem kurzen Ausflug in die freie Wirtschaft kehrte Łysakowski 2008 ans Institut der nationalen Erinnerung zurück, wo er bis 2012 als Hauptspezialist im Büro für öffentliche Bildung tätig war. Seit 2016 ist er Berater im politischen Kabinett des Außenministers. Er ist Autor vieler Publikationen im Themenfeld der Geschichte deutsch-polnischer Beziehungen (u.a. einer Bismarck-Biografie), zur Katyń-Frage (bis 1992 war er Mitglied im unabhängigen Komitee zur Erforschung der Katyń-Verbrechen) sowie zur Propaganda-Problematik des Dritten Reiches. Außerdem ist er Co-Autor der Ausstellungen Mit größter Brutalität – die Verbrechen der Wehrmacht... und Verstoßene Soldaten sowie von Texten über das Martyrium von Priestern in der Volksrepublik Polen und die Aktionen des Geheimdienstes gegen die katholische Kirche, über deutsch-polnischen Jugendaustausch und über allgemeine Fragen zum Jugendaustausch.

Dr. Piotr Stefan Łysakowski publiziert u.a. in der Zeitschrift „W Sieci Historii”, in Tages- und Wochenzeitungen sowie anderen populären und wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Früher veröffentlichte er auch in der Exilpresse. Seit 2005 ist er Mitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V.. Er war Stipendiat u.a. der Historischen Kommission zu Berlin, des Max Planck Instiuts für die Geschichte in Göttingen und der Gerda Henkel Stiftung.