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„1939-1989-2019: (Ge)denkanstöße für die Zukunft “

Einreichung von Anträgen von 2019-07-01 bis 2019-07-31

„1939-1989-2019: (Ge)Denkanstöße für die Zukunft“. Neues bilaterales Förderprogramm der SdpZ aus Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland

2019 jährt sich zum 80. Mal der deutsche Überfall auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs, dessen Gräuel und verheerende Folgen das dunkelste Kapitel in der Geschichte Europas markieren. Gleichzeitig gedenken wir 2019 aber auch dem europäischen Schicksalsjahr 1989, das vor genau 30 Jahren mit den Umbrüchen in Mittel- und Osteuropa und dem Fall der Berliner Mauer den Anfang vom Ende des Kommunismus einläutete und zur Überwindung der Teilung Europas führte.

Beide historischen Zäsuren sind in der deutsch-polnischen Schicksalsgemeinschaft tief verankert und ihre Jubiläen sollten daher nicht nur auf politischer, sondern auch auf breiter zivilgesellschaftlicher Ebene zu gemeinsamen, grenzüberschreitenden und zukunftsgewandten Gedenkinitiativen aufrufen. Zukunft braucht immer auch Erinnerung – und zwar multiperspektivisch und inklusiv. Die Welt und Geschichte auch durch die Augen des Nachbarn jenseits der Oder zu betrachten schafft gegenseitiges Verständnis und damit die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander heute und morgen.

Vor diesem Hintergrund schreibt die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit das bilaterale Förderprogramm „1939-1989-2019: (Ge)Denkanstöße für die Zukunft“ aus. Es soll deutschen und polnischen Akteuren der Zivilgesellschaft die Möglichkeit geben, sich im Geiste der Versöhnung an einem offenen und konstruktiven Austausch über das tragische Erbe des 2. Weltkrieges wie auch über die Bedeutung und Lehren der Friedlichen Revolution von 1989 zu beteiligen. 20 Jahre nach dem NATO-Beitritt Polens 1999 und 15 Jahre nach der EU-Osterweiterung 2004 hält das Jubiläumsjahr 2019 auch noch weitere denkwürdige Meilensteine der deutsch-polnischen Geschichte bereit.     

Nur ein offener und ehrlicher Dialog zwischen ihren nationalen Erinnerungskulturen kann Polen und Deutsche heute für die unterschiedlichen (Kriegs-)Erfahrungen im 20. Jahrhundert sensibilisieren, bestehende historische Wissenslücken schließen und allen noch einmal die Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses bewusst machen. Dazu soll das Förderprogramm beitragen.

Förderkriterien:

Wer?
Deutsche und polnische Einrichtungen der Zivilgesellschaft, die in Gedenken an die beiden Jubiläen oder andere im deutsch-polnischen Kontext wichtige Ereignisse des letzten Jahrhunderts gemeinsam ein Projekt durchführen wollen.


Was?
Gefördert werden sollen deutsch-polnische Gedenkinitiativen zur Sensibilisierung - insbesondere der jüngeren Generation -  für die teilweise schmerzhafte gemeinsame Geschichte des 20. Jahrhunderts, die bestehende Wissenslücken schließen helfen und dabei idealerweise Bezüge zur Gegenwart herstellen. Im Fokus stehen Maßnahmen der politischen, historischen und kulturellen Bildung (z.B. Diskussionen, Zeitzeugenbegegnungen, Seminare oder Ausstellungen), aber auch andere innovative Zugänge der Geschichtsvermittlung sind willkommen.

 

Förderfähig sind alle Veranstaltungsformate mit Ausnahme reiner Sportveranstaltungen.


Gemeinsame Projekte können mit bis zu 30.000 PLN/7.000 Euro bezuschusst werden.
Gleichzeitig kann die Förderung max. 80% der Gesamtkosten des Vorhabens decken.

Wann?
Antragsfrist: 01.07.2019 - 31.07.2019
Projektrealisierung im Zeitraum: 25.07.2019-25.10.2019

Wie?
Die Antragstellung ist abweichend vom regulären SdpZ-Verfahren mit mindestens einmonatiger Vorlauffrist innerhalb des genannten Zeitraums laufend möglich. Sie erfolgt über das Online-System für Antragsteller. Bitte vermerken Sie dort im Projekttitel, dass Sie Ihren Antrag im Rahmen der Sonderausschreibung „1939-1989-2019“ stellen.

Hinweise:

Über die Förderung entscheidet nach Qualitätsgesichtspunkten der Vorstand der SdpZ. „Grassroots-Projekte“ stehen dabei besonders im Fokus. Ebenso innovative und generationsübergreifende Formate des Erinnerns, die neue – vor allem junge – Zielgruppen einbeziehen und eine zukunftsgewandte, multiperspektivische Erinnerungskultur stärken.  Initiativen, die die kaum bekannte Rolle und den Beitrag der in den Oppositionsbewegungen aktiven Frauen in Erinnerung rufen, sind ferner ausdrücklich erwünscht.

Bestandteil jedes Projektes muss es sein, möglichst viele lokale Akteure und Medienpartner für die Umsetzung des Vorhabens zu gewinnen, um die Sichtbarkeit des Projekts zu erhöhen und als good practice-Beispiel potentielle Nachahmer zu erreichen.

Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der Mittelverfügbarkeit. Sollten die Mittel vor Abschluss der angegebenen Zeiträume erschöpft sein, werden die Antragsteller über den Abschluss der Programmlinie auf der Website der Stiftung informiert. Der Zeitraum für die Projektrealisierung darf nicht über den 25.10.2019 hinaus verschoben werden. Geförderte Projekte müssen im Zeitraum von einem Monat nach Projektabschluss erfolgreich abgerechnet sein – spätestens jedoch zum 15.11.2019. Die Auszahlung der bewilligten Mittel erfolgt in zwei Raten: 50% zu Beginn und 50% nach Abrechnung.

Die Mittel aus der Programmlinie können nicht mit einer regulären SdpZ-Förderung im Rahmen desselben Projektes verbunden und jeder Institution nur einmal gewährt werden. Gebietskörperschaften können sich im Rahmen der Projektlinie nicht bewerben.

Für weitere, allgemeine Hinweise zur Antragstellung, Projektumsetzung und Abrechnung beachten Sie bitte die allgemeinen Informationen zu diesen Fragen auf den Seiten der SdpZ.

Die Projektlinie wird finanziert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes.