drucken

(Die Selbstmordrate bei Clowns)

Autor: Żadan, Serhij ISBN: 978-83-61072-04-1 Veröffentlicht: 2009 Wyd. edition.fotoTAPETA Berlin Berlin-Warszawa

Was bleibt von der Orangen Revolution, in einem Land, das zerrieben zu werden droht zwischen Finanzkrise, Oligarchen und Polit-Elite mit ihren Machtspielen? Der ukrainische Autor Serhij Zhadan und der polnische Fotograf Jacek Dziaczkowski erzählen von Clowns im Auslandseinsatz, von Bergarbeitern im Donbass, von der Mittelschicht in Kiew, den Kiffern von Charkiw und den ganz normalen Leuten auf den Straßen Lembergs. Sie erzählen davon, wie schnell die Verhältnisse die Hoffnungen des Aufbruchs manchmal umschlagen lassen in eine Mischung aus Melancholie und lakonischer Selbstbehauptung. Jacek Dziaczkowski hat im Jahr jener Revolution Passanten in Lemberg fotografiert, die durch ein kleines oranges Zeichen an ihrer Kleidung Position beziehen. Die Porträts heute zu betrachten, führt einen zum Kern des Begriffes Melancholie: Man kann in ihnen ein Scheitern bereits im Entstehen der Hoffnung ahnen. Mischt Dziaczkowski in seinem Blick Genauigkeit mit einer Art Zärtlichkeit, so ist die Sprache Serhij Zhadans poetisch und krass gleichzeitig. Seine Beobachtungen bringen uns Menschen in den unüberschaubaren Situationen des Umbruchs nahe und zeigen Verständnis, ja leise Sympathie für ihr manchmal ziemlich ungewöhnliches Verhalten.