Bilaterale Zusammenarbeit 2.0 – Herausforderungen
und Chancen in der Krise
Gemeinsame Erklärung
der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ),
der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung (DPWS)
und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW)
Die historischen Herausforderungen, die sich durch die Corona-Pandemie auch
für die deutsch-polnischen Beziehungen ergeben, sind groß – bergen aber auch
Chancen. Noch ist nicht absehbar, wie lange die aktuellen
Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Kontaktverbote und Grenzschließungen unser Leben und
Miteinander in Europa prägen werden. Klar ist aber schon jetzt, dass wir
diese grenzüberschreitende Gefahr nur gemeinsam und solidarisch bewältigen
können und es in der Krise wichtiger denn je ist, den deutsch-polnischen
Austausch und Zusammenhalt aufrechtzuerhalten. Das gilt in allen Bereichen,
öffentlich wie privat – insbesondere auch auf der zivilgesellschaftlichen
Ebene.
Dazu wollen wir gemäß unseres jeweiligen
Auftrags einen Beitrag leisten und gemeinsam mit Ihnen, unseren
Antragsteller*innen und Partnerorganisationen, die digitale Welt als
alternativen Begegnungs- und Dialograum für Polen und Deutsche erkunden und
sie für die Einübung guter Praxis in deutsch-polnischer Zusammenarbeit 2.0
nutzen. Gerade angesichts der allgemeinen Verunsicherung, des scheinbaren
Stillstands und der Isolationserfahrung auf beiden Seiten der Oder ist es uns
wichtig, den vielen, engagierten und von der Krise betroffenen Akteur*innen
der Zivilgesellschaft in Polen und Deutschland als verlässliche Partner zur
Seite zu stehen. Das gilt insbesondere für kleine Organisationen, Bildungs-
und Kultureinrichtungen, die durch abgesagte oder ruhende Projekte existentiell
bedroht sind.
Wie können deutsch-polnischer Jugend- und
Wissensaustausch, gemeinsame Bildungs-, Kultur- und Forschungsprojekte unter
den aktuellen Umständen konkret aussehen?
In Reaktion auf die Pandemie haben wir zum einen überlegt, welche
unserer eigenen Veranstaltungen in virtueller Form realisierbar wären, und
erproben derzeit diverse Online-Tools. Als Förderinstitutionen zählen wir aber
auch auf Ihre kreativen und innovativen Ideen für digitale Kommunikations- und
Kooperationsformate in Polen und Deutschland. Dafür gibt es auf beiden Seiten
der Oder genügend Potential. Unsererseits möchten wir Ihnen versichern, dass
wir uns bei der Mittelvergabe angesichts der unklaren Lage flexibel zeigen
und dabei helfen wollen, dass möglichst wenige deutsch-polnische Vorhaben
beeinträchtigt werden oder gar ausfallen müssen. Außerdem
· erweitert das DPJW
sein 4×1-Programm für Kleinprojekte,
· die SdpZ
bietet eine niedrigschwellige Förderung zur Verbesserung des Klimas an,
· und die DPWS
arbeitet an einer neuen Sonderausschreibung zur Vertiefung des
deutsch-polnischen Verständnisses.
Auch wenn die Rahmenbedingungen jetzt nicht
ideal sind: Lassen Sie uns das Beste daraus machen und in der Krise auch eine
Chance sehen, die deutsch-polnischen Beziehungen neu, digital zu denken. Lassen
Sie uns vor allem weiterhin
und gerade jetzt mit Neugier über die Oder blicken, alle offenen bilateralen
Kommunikationskanäle nutzen, um voneinander zu lernen, aneinander und
miteinander an den aktuellen Herausforderungen zu wachsen. Das macht gute
Nachbarschaft in Europa heute aus.
Wir freuen uns auf innovative
Impulsgeber aus der deutsch-polnischen Zivilgesellschaft und laden alle
herzlich ein, sich auf unseren Internetseiten über unsere nicht nur digitalen
und krisenfesten Fördermöglichkeiten zu informieren.
Unabhängig von dem vorübergehenden Fokus auf
der digitalen Welt freuen wir uns gemeinsam mit Ihnen allen auf die Welt nach
der Pandemie, in der wir uns wieder in bewährten wie auch neuen
deutsch-polnischen Kontexten persönlich begegnen, über die brennenden Fragen
der Zeit austauschen und gute Nachbarschaft analog leben können.