In der Nacht zum Freitag ist im Alter von 89
Jahren Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister in den Jahren 1974-1992,
verstorben. Genscher war einer der Architekten der Deutschen Einheit. Er gilt
als einer der größten Befürworter einer Aussöhnung mit Polen.
Genscher wurde
1927 in Halle geboren worden. 1952 nach Abschluss seines Jurastudiums floh
Genscher aus der DDR nach Westdeutschland. In Bremen trat er der FDP bei,
welche im Jahre 1969 zusammen mit der SPD eine Koalition unter Bundeskanzler
Willy Brandt bildete. Zunächst leitete Genscher das Innenministerium, später im Jahre 1974 wurde er als
Außenminister und Vizekanzler in die nun von Helmut Schmidt geleitete
Bundesregierung berufen. Im Rahmen des
Friedensprozesses, der durch die
Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) 1975 in Helsinki
eingeleitet wurde, trug er zur Entspannungspolitik bei. Als sein wichtigster
Erfolg gilt die im September 1989 ausgehandelte Vereinbarung, die über
4 000 DDR-Flüchtlingen in Botschaften in Warschau, Prag und Budapest die
Einreise nach Westdeutschland ermöglichte.
Genscher war ein
enger Berater der späteren Bundesaußenminister Klaus Kinkel und Guido
Westerwelle.