Heute, ein
halbes Jahrhundert nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags, sind die fünfte Republik und
die BRD Partner auf anderer Ebene als damals. Heute hängt es von der Stimme
Frankreichs und Deutschlands ab, ob viele der Prozesse innerhalb der EU
glücklich oder erfolglos verlaufen. Zwischenzeitlich haben sich die
internationalen Beziehungen, die Anforderungen und Bedürfnisse der beiden
Staaten sowie deren Oberhäupter verändert. Die Autorin dieser Ausgabe der
Deutschland-Analysen, Joanna Ciesielska-Klikowska stellt die historische
Perspektive der Zusammenarbeit und den aktuellen Stand dar. Weiterhin geht sie
auf die Zukunftsperspektive dieses politischen Abkommens ein. Im Text finden
sich außerdem Bezüge zum Weimarer Dreieck, zu dem außer Deutschland und
Frankreich auch Polen gehörte.
Die
Autorin stellt in diesem Zusammenhang die Hypothese auf, dass Warschau in
dieser schwierigen Zeit der europäischen Krise das verbindende Element beider
Hauptstädte sein könnte. Sowohl Merkel als auch Hollande hätten diesbezüglich
wachsende Erwartungen geäußert. „Polnische Politiker finden mit immer größerer
Anerkennung Gehör im Ausland und die polnische Außenpolitik – sowohl die
Initiativen des Präsidenten Bronisław Komorowski als auch die Konzepte des Premiers Donald Tusk –
gewinnen an Bedeutung.” Und obwohl das Abkommen noch Vieles zu wünschen übrig
lässt, kann man auf eine bedeutende Rolle Polens im Europa des 21. Jahrhunderts
hoffen.