Die SdpZ fühlt sich auch und
gerade in Krisenzeiten ihrem Stiftungszweck verpflichtet, die gegenseitige
Verständigung zwischen Polen und Deutschen, ein gutes, nachbarschaftliches
Klima auf zwischenmenschlicher Ebene zu fördern. Der aktuelle, durch die
Corona-Pandemie hervorgerufene wirtschaftliche und gesellschaftliche Stillstand
erschwert diese Aufgabe ohne Zweifel. Grenzschließungen, Einschränkungen der
Bewegungsfreiheit und Kontaktverbote stellen die deutsch-polnische
Zusammenarbeit vor nicht gekannte, enorme Herausforderungen.
Angesichts der Notwendigkeit sozialer Distanz
und allgemeiner Verunsicherung auf beiden Seiten der Oder ist es umso wichtiger,
den deutsch-polnischen Austausch über alternative Kommunikationskanäle aufrechtzuerhalten
und innovative Kooperationsformate auszuprobieren. Dabei wollen wir die vielen,
engagierten und von der aktuellen Krise betroffenen Akteur*innen der Zivilgesellschaft
in Polen und Deutschland, insbesondere in der deutsch-polnischen Grenzregion,
im Rahmen des Möglichen als verlässlicher Partner unterstützen.
Unter dem Motto „Klima(t)
2.0 – online solutions for future“ schreibt die Stiftung für
deutsch-polnische Zusammenarbeit daher ein spezielles Förderprogramm aus, das Bürger*innen
in Polen und Deutschland niedrigschwellig die Möglichkeit geben soll, die Krisenzeit gemeinsam
kreativ und interaktiv zu nutzen, um die Welt nach der Pandemie vorzudenken und
mitzugestalten. Der Fokus auf dem Klimawandel als globaler „Herkulesaufgabe“ im
21. Jahrhundert und den Chancen der Digitalisierung bei deren Bewältigung umfasst
viele Themen, in denen ökologisch nachhaltige, innovative und
grenzüberschreitende Lösungen aus der Zivilgesellschaft gefragt sind.
Ziele des Förderprogramms sind die Einübung
guter Praxis für die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Internet als
virtuellem Begegnungs- und Dialograum, der Erfahrungs- und Wissensaustausch
über den Umgang mit den aktuellen Herausforderungen und die Umsetzung
gemeinsamer, digitaler Ideen für mehr Klimaschutz.
Förderkriterien:
Wer?
Deutsche und polnische Einrichtungen der Zivilgesellschaft, die unter Nutzung
moderner Technologien gemeinsam ein innovatives Projekt zum Umgang mit den
ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts umsetzen wollen.
Was?
Gefördert werden sollen grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Initiativen
gemeinnützigen Organisationen aus Polen und Deutschland, die das Bewusstsein
für die Folgen des Klimawandels in breite Teile der Gesellschaft und alle
Altersklassen tragen und stärken. Besonders berücksichtigt werden Projekte in der
deutsch-polnischen Grenzregion, wo transnationale Zusammenarbeit in vielen
(Lebens-)Bereichen bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie bereits gelebter Alltag
war und hoffentlich bald wieder sein wird. Dort ist der Bedarf an bürgernahem,
deutsch-polnischen Austausch über die gemeinsame, geschlossene Bewältigung der
aktuellen Herausforderungen mit dem Coronavirus an der Spitze am drängendsten. Ferner haben Vorhaben, die inhaltlich
an die von der SdpZ umgesetzte Initiative der Deutsch-Polnischen Gärten anknüpfen,
ebenfalls gute Chancen auf Bezuschussung.
Der Fokus liegt auf Förderung digitaler
Projektformaten (Videokonferenzen, Webinaren u.Ä.), die einen klimapolitischen
Dialog und gemeinsamen Lernprozess zu den drängenden Fragen der Zeit (Klimawandel,
Digitalisierung, Zukunft Europas, Grenzen der Globalisierung u. A.) auch unter
den aktuellen Beschränkungen erlauben und sich ohne persönliche Begegnung
umsetzen lassen.
Gemeinsame Projekte können mit bis zu 23.000
PLN/5.000 Euro bezuschusst werden.
Gleichzeitig kann die Förderung max. 80%
der Gesamtkosten des Vorhabens decken.
Wann?
Antragsfrist: 04.05.2020
– 31.07.2020
Projektrealisierung im Zeitraum: 01.06.2020-16.11.2020
Wie?
Die Antragstellung ist abweichend vom regulären SdpZ-Verfahren mit mindestens
vier Wochen Vorlauffrist innerhalb des genannten Zeitraums laufend möglich. Sie
erfolgt über das Online-System für Antragsteller. Bitte vermerken Sie dort im
Projekttitel, dass Sie Ihren Antrag im Rahmen der Sonderausschreibung „Klima(t) 2.0“ stellen.
Hinweise:
Über die Förderung entscheidet nach
Qualitätsgesichtspunkten der Vorstand der SdpZ. Initiativen ressourcenschwacher
Akteur*innen, deren Tätigkeit und Existenz von der aktuellen Krise in hohem
Maße bedroht sind, werden dabei besonders berücksichtigt. Ebenso innovative und
kreative Formate, die auch unter den geltenden Beschränkungen in der Lage sind,
einen deutsch-polnischen Diskurs über die aktuellen Herausforderungen für die
Nachbarländer anzustoßen und in möglichst weite Teile der Gesellschaften zu
tragen. Ausdrücklich erwünscht sind Projekte, die den grenzübergreifenden
Dialog im Umgang mit den multiplen Krisen unserer Zeit fördern und Jugendliche
aktiv in die geplanten Vorhaben einbinden.
Das geförderte Projekt sollte über eine gewisse
Außenwirkung verfügen und seine Ergebnisse öffentlichkeitswirksam dargestellt
werden.
Sollten
sich die öffentlichen Rahmenbedingungen im Laufe der Programmlaufzeit dahingehend
ändern, dass die Voraussetzungen für Präsenzveranstaltungen oder zumindest
Treffen der Projektbeteiligten gegeben wären, ist auf Antrag eine entsprechende
Anpassung der geplanten Maßnahmen möglich.
Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der
Mittelverfügbarkeit. Sollten die Mittel vor Abschluss der angegebenen Zeiträume
erschöpft sein, werden die Antragsteller über den Abschluss der Programmlinie
auf der Website der Stiftung informiert. Der Zeitraum für die
Projektrealisierung darf nicht über den 16.11.2020 hinaus verschoben werden. Geförderte
Projekte müssen im Zeitraum von einem Monat nach Projektabschluss erfolgreich
abgerechnet sein – spätestens jedoch zum 30.11.2020. Die Auszahlung der bewilligten
Mittel erfolgt in zwei Raten: 80% zu Beginn und 20% nach Abrechnung.
Die Mittel aus der Programmlinie können nicht
mit einer regulären SdpZ-Förderung im Rahmen desselben Projektes verbunden und
jeder Institution nur einmal gewährt werden. Gebietskörperschaften können sich
im Rahmen der Projektlinie nicht bewerben.
Für weitere, allgemeine Hinweise zur
Antragstellung, Projektumsetzung und Abrechnung beachten Sie bitte die
allgemeinen Informationen zu diesen Fragen auf den Seiten der SdpZ.
Das
Förderprogramm wird finanziert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes im Rahmen des Projektes
„Deutsch-Polnische Bürgerenergie fürs
Klima“.