„Mode ist, was man selber trägt.
Was unmodern ist, tragen die anderen“. Eine vollkommene Unabhängigkeit in
Sachen Mode ist jedoch eine Illusion, denn Mode ist nicht nur Diktat und
Kommerz, Mode ist auch Kreativität. Mit Kleidung und Accessoires können wir
Lebensfreude ausdrücken, durch Mode „wird das Phantastische für einen
Augenblick allgemein“ (Oscar Wilde).
Der
Blick auf Kleidung bietet die Chance, die Kultur des Alltags zu deuten.
Zweifelsohne spiegeln Trends – unabhängig von Alltagsgruppe und sozialer
Stellung – unsere Epoche, den Zeitgeist wider. Es wäre eine Blindheit und
Ignoranz gegenüber der kulturellen Dynamik unserer Gesellschaften, dies zu
verkennen. Diese Überzeugung hat die Autoren zu der vorliegenden Ausgabe des DIALOG
inspiriert. Das Panorama polnischer und deutscher Mode ist aber damit nicht
vollkommen. Allein die hier veröffentlichten Texte zeigen, welche neuen
Perspektiven sich dann erschließen.
„Die richtige Analyse von Mode kann Grundwahrheiten über eine
Gesellschaft hervorbringen, weil jeder unbefangen über Mode kommuniziert. Wenn
das Gespräch über Politik verstummt, werden die Aussagen über Mode gemacht“ – die folgenden Worte Slavoj
Žižeks charakterisieren treffend die Idee zu diesem
neuen DIALOG.