Die Preisträgerin und der Preisträger des Albrecht-Lempp-Stipendiums für das Jahr 2026 sind: Ishbel Szatrawska und Rainer Merkel

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, das Polnische Buchinstitut und das Literarische Colloquium Berlin haben das Albrecht-Lempp-Stipendium für das Jahr 2026 vergeben.

Preisträgerin und Preisträger:

Ishbel Szatrawska, 1981 in Olsztyn geboren, ist Dramatikerin, Theaterwissenschaftlerin und Prosaautorin, lebt und arbeitet in Krakau. Sie ist Autorin von sechs Dramen und zwei Romanen. Ihr preisgekrönter Debütroman „Toń“ (Cyranka) erschien 2025 unter dem Titel „Die Tiefe“ in Andreas Volks deutscher Übersetzung im Verlag Voland&Quist. 2025 folgte ihr zweiter Roman „Wyrok “ (Cyranka), der für den Paszport „Polityki“ nominiert war. Auch ihre Dramen wurden mehrfach ausgezeichnet; u.a. schaffte es „Totentanz. Czarna noc, czarna śmierć“ auf die Longlist des Berliner Theatertreffens.

Rainer Merkel, 1964 in Köln geboren, hat Psychologie und Kunstgeschichte studiert und lebt in Berlin. Von 2008 bis 2009 arbeitete er für Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus Liberias. Im S. Fischer Verlag erschienen die Romane »Das Jahr der Wunder« (2001), für den er den Preis der Jürgen Ponto-Stiftung erhielt, »Das Gefühl am Morgen« (2005), »Lichtjahre entfernt« (2009), der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, »Bo« (2013), »Stadt ohne Gott« (2018) und die Reportagen »Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan« (2012) und »Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia« (2014). 2013 wurde Rainer Merkel mit dem Erich Fried-Preis ausgezeichnet.

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Das Albrecht-Lempp-Stipendium erinnert an den herausragenden Übersetzer und Förderer des deutsch-polnischen Austauschs und richtet sich an deutsche und polnische Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie an deutsche Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer aus dem Polnischen und polnische Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer aus dem Deutschen. Das Programm besteht aus Stipendien, die einen jeweils einmonatigen Arbeitsaufenthalt im anderen Land ermöglichen: In Krakau und im Literarischen Colloquium Berlin.

93 Bewerbungen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern aus Polen und Deutschland sind in diesem Jahr eingereicht worden. Die Jury setzte sich aus den Vertreterinnen und Vertretern der Stifter des Stipendiums zusammen: Jürgen Jakob Becker (LCB), Joanna Czudec (SdpZ), Łucja Gawkowska (PBI).

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Albrecht Lempp (1953-2012) war ein herausragender Förderer und Übersetzer der polnischen Literatur in Deutschland. Über viele Jahre lang leitete er die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und prägte die positive Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern maßgeblich. Als Mitbegründer des Polnischen Buchinstituts setzte er neue Standards in der auswärtigen polnischen Kulturpolitik und Literaturvermittlung. Für seine Verdienste wurde er mit dem Transatlantyk-Preis ausgezeichnet.