Filmvorführung von „Meine Familie und der Spion” von Rosalia Romaniec mit anschließender Debatte am 4. November um 17.30 Uhr

Der Film erzählt von der Verfahrensweise der Geheimdienste in der Zeit des Kalten Krieges. Der Onkel der Filmautorin wurde 1946 in Pommern geboren. Seine Mutter war Deutsche, deswegen bekam er den Namen Heinz, der später im Kinderheim in Janusz geändert wurde. Im Alter von zwei Jahren wurde Janusz von einem polnischen Paar adoptiert.

Der Film „Meine Familie und der Spion – eine Geschichte
aus dem Kalten Krieg” erzählt von der Verfahrensweise der Geheimdienste in der
Zeit des Kalten Krieges. Der Onkel der Filmautorin wurde 1946 in Pommern
geboren. Seine Mutter war Deutsche, deswegen bekam er den Namen Heinz, der
später im Kinderheim in Janusz geändert wurde. Im Alter von zwei Jahren wurde
Janusz von einem polnischen Paar adoptiert.

Als Janusz erwachsen wurde, bestätigte sich sein Verdacht,
dass er adoptiert wurde. Er fing an, in Deutschland nach seiner biologischen
Mutter zu suchen. Er hatte nicht geahnt, dass am Anfang der siebziger Jahre die
Geheimdienste einem anderen Mann seine Identität verliehen hatten. Dieser fand
schon vor ihm seine Mutter und lebte als ihr Sohn bei ihr.

Rosalia Romaniec verfolgte die Geschichte Ihres Onkels.
Die Geschichte des ehemaligen Spiones entdeckte sie in den Archiven des
Instituts des Nationalen Gedenkens (poln. IPN) nach. Sie fand heraus, dass der
ehemalige Spion in der DDR Germanistik studiert hatte, als sich für ihn die
Geheimdienste interessierten. Sie konnte den Mann, der die Identität ihres
Onkels Janusz übernommen hatte, sogar ausfindig machen und traf sich mit dem
Spion, den sie über seine Motivation und Gründe befragte.

„Die ganze Geschichte hat auch ihren historischen
Hintergrund und zeigt die Methoden, die die kommunistischen Dienste benutzt
haben, um Informationen über die Bürger zu bekommen, die legal oder illegal in
den Westen fuhren. […] Es entsteht die Frage, ob diese Methode öfters benutzt
wurde? – Vielleicht; und wenn ja, wie viele von solchen „verlorenen Kindern“ waren
und sind immer noch in Deutschland?“ – kommentiert Tomasz Kujawiński von der
Deutschen Welle.

An der Debatte im Anschluss an den Film nehmen die Autorin
Rosalia Romaniec, Redakteurin der
Deutschen Welle und der stellvertretende Leiter des Bildungsbüros des polnischen
Instituts des Nationalen Gedenkens (IPN), Dr.
Władysław Bułhak
, teil. Die Debatte
wird von Bartosz T. Wieliński, Journalist
der „Gazeta Wyborcza”, moderiert.

Projektpartner sind die SdpZ und das Institut des
Nationalen Gedenkens (IPN).

Fotos von der Debatte sind in der SdpZ-Mediathek abrufbar.

Was: Filmvorführung von „Meine Familie und der Spion –
eine Geschichte aus dem kalten Krieg” von Rosalia Romaniec mit anschließender Debatte
Wo: Przystanek Historia, ul. Marszałkowska 21/25, Warschau
Wann: 11. November 2014, 17:30 Uhr.