tranzyt. Kilometer 2013
tranzyt.
Kilometer 2013. Mit Autorengesprächen und Diskussionsrunden werden die
Literaturen aus den drei Ländern zum zweiten Mal in Leipzig vorgestellt. Zu den
Highlights des Programms dessen Ideengeber der langjährige Herausgeber der
wichtigsten polnischen Exilkulturzeitschrift Jerzy Giedroyc sein könnte, gehören
die Themen:
„Auf der
Suche nach der Identität“ – Was macht die Identität eines Landes, eines
Volkes aus? Die Kultur? Die Religion? Die Literatur? Die Sprache? Wird die
Identität durch die Abgrenzung von den Nachbarn definiert, die oft Bewohner
desselben Landes sind? Gehören die Ukraine und Belarus, ebenso wie Polen,
historisch und kulturell zu Ostmitteleuropa? Zwei Stimmen in dieser Diskussion
sind der belarussische Philosoph und Autor Valancin Akudovic und der
ukrainische Schriftsteller und Kulturkritiker Mykola Rjabtschuk, auch im Westen
für seine brillanten Analysen des Geschehens in der Ukraine bekannt.
„Feministische
Offensive – oder Defensive?“ Frauen spielen eine wichtige Rolle in den
Literaturen Polens, der Ukraine und Belarus‘, als Autorinnen, aber auch als
Thema. Gibt es Gemeinsamkeiten im Hinblick darauf in den drei Ländern? Oder
überwiegen die Unterschiede? Gibt es länderübergreifende Projekte? Mit welchen
Reaktionen müssen Autorinnen rechnen, die das Patriarchat kritisieren? Immer
öfter sind Frauen die führenden Kräfte bei Protesten, wie die ukrainische
Gruppe FEMEN beweist. An der Diskussion nehmen die polnische Autorin Joanna
Bator sowie die ukrainische Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin
Natalka Sniadanko teil.
„Die vielen
Gesichter der Zensur“ – Auf der Leipziger Buchmesse wird darüber
diskutiert, mit welchen Formen der Zensur und Beeinflussung Autoren und
Künstler in Belarus und in der Ukraine zu kämpfen haben. Welche raffinierten Gesichter
nimmt die Zensur auch in den reifen Demokratien an? Welche Strategien
entwickeln Künstler dagegen? Wie weit kann Polen den beiden östlichen Nachbarn
intellektuelle Freiräume anbieten? Welche Bedeutung kommt der Selbstzensur zu?
Diese Fragen werden u. A. von der Kuratorin und Autorin Anda Rottenberg, der
ukrainischen Autorin und Übersetzerin Kateryna Mishchenko und dem belarussischen
Journalisten Viktar Marcinovic beantwortet.
Die Besucher erleben
im „Forum OstSüdOst“ in der Messehalle 4 ein spannendes Programm.
Lyrisch und musikalisch zugleich wird es am Messesamstag ab 21 Uhr im Centraltheater.
Es treten die Poetry-Slammer Bas Böttcher und Bohdan Piasecki (Polen) auf sowie
die Lyrikerin Valzhyna Mort (Belarus) und der Dichter Serhij Zhadan (Ukraine).
Musikalisch umrahmt wird der Abend von der ukrainischen Ska- und Punk-Rock-Band
Perkalaba.
»tranzyt« ist ein
Projekt der Leipziger Buchmesse, der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung für
deutsch-polnische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Rinat Ahmetov Stiftung
„Rozvytok Ukrajiny“, der Allianz Kulturstiftung, dem Lemberger
Verlegerforum, dem Polnischen Buchinstitut, dem Goethe-Institut Minsk und dem Polnischen
Institut Berlin – Filiale Leipzig. Kuriert wird das Programm von Martin
Pollack.
Informationen zum
Projekt: Joanna Czudec, joanna.czudec@sdpz.org, +49 30 240478512
http://www.leipziger-buchmesse.de