Neugier? Liebe? Zufall? Deutsche Migranten in Polen

Am 12. Oktober 2017 lud das Institut für Öffentliche Angelegenheiten zur ersten Veranstaltung der Reihe „Unter uns – EU-Bürger in Polen” im Goethe Institut ein. Die Diskussion wurde von Agnieszka Łada, Politologin, geführt. Sie untersuchte in der Studie Deutsche in Polen.

Am 12. Oktober 2017 lud das Institut für
Öffentliche Angelegenheiten zur ersten Veranstaltung der Reihe „Unter uns –
EU-Bürger in Polen” im Goethe Institut ein. Die Diskussion wurde von Agnieszka
Łada, Politologin, geführt. Sie untersuchte in der Studie Deutsche in Polen.

Die aktuellen
Statistiken zeigen, dass in Polen circa 23.000 Deutsche leben. Durchgeführt
wurden Interviews mit Deutschen, die nach dem Jahr 2004 nach Polen gekommen
sind.

Es wurden
unteranderem folgende Fragen gestellt:

• Wer also sind
die Deutschen, die auf der anderen Seite der Oder Wurzeln schlagen?
• Warum haben sie sich für Polen entschieden?
• Mit welchen Herausforderungen müssen sie sich an ihren neuen Arbeitsplätzen
und Wohnorten auseinandersetzen?
• Was mögen sie an Polen und was stört sie?
• Sind sie in der polnischen Gesellschaft integriert?
• Was halten sie von den Polen und was halten die Polen von ihnen?

Die Studienergebnisse
zeigen, dass Deutsche in Polen häufig Männer mit höherem Berufsabschluss sind
und in größeren Städten leben. Es werden hauptsächlich drei Gründe für den
Umzug ins Nachbarland genannt:  berufliche, aus Liebe, aus Neugier und
Lust auf was Neues.

An der Diskussion
nahmen vier Teilnehmer mit unterschiedlichem beruflichem Hintergrund teil. Im
Laufe der Diskussion erzählten sie von ihren Erlebnissen mit der polnischen
Bürokratie und dem alltäglichen Zusammenleben mit den Polen. Viele der
Befragten hoben hervor, dass die Polen und die Deutschen viel verbindet,
Unterschiede jedoch wahrnehmbar sind. Die Polen haben eine engere Bindung mit
der Familie und daraus resultiere eine größere Verantwortung ihr gegenüber. Die
Diskussionsgäste merkten an, dass die Polen sich einen erhöhten Druck aufbauen
beruflich aufzusteigen sie aber eine hohe Flexibilität und Kreativität
auszeichne. Die Teilnehmer wunderte, warum es an den Türen und Briefkästen
anstatt von Namensschildern nur anonyme Nummern gibt.

Abschließend
wurde danach gefragt, was Polen optimieren möge, damit es Deutschen und Polen
noch besser ginge. Die Antworten waren: Beschleunigung der Gleisbauarbeiten,
öffentliche Verkehrsmittelanbindung, das Gesundheitssystem, Offenheit gegenüber
anderen Nationalitäten und das verpflichtende Anhalten am Zebrastreifen. Viele
anwesenden Teilnehmer bewerten den Lebensstil in Polen hoch, da es hier
keinesfalls langweilig ist und vor allem die politische Situation nie
vorhersehbar sei.

Das Projekt wurde
seitens der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit aus Mitteln des
Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland mitfinanziert.

SdpZ-Praktikantin Veronica Basner