Die neuste
Ausgabe der Polen-Analysen behandelt Fragen zum Thema zivilbürgerliches
Engagement unter polnischen Jugendlichen. Vorgestellt werden sowohl individuelle
Aktivitäten wie z.B. die Wahlbeteiligung, als auch Gruppenaktivitäten in
informellen und formellen Vereinigungen wie Nichtregierungsorganisationen
(NGOs).
Die
Autorin der Analyse, Olga Napiontek stellt fest, dass junge Menschen in Polen
zwar in der Lage seien, die Rolle des Staatsbürgers in der Demokratie
theoretisch zu beschreiben. Das Problem sei allerdings das praktische Wissen
sowie häufig mangelndes Interesse.
Die
relativ geringe Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen (2011 wählten etwa 54%
der Jugendlichen) sagt hingegen, so Napiontek, wenig über die allgemeine
Interessenlage aus: Viele finden, dass das Angebot der Politiker nicht
ausreichend ihren Bedürfnissen und dem Ideal der demokratischen Beteiligung
entspricht.
Die
Autorin analysiert Beispiele zivilgesellschaftlicher Aktivitäten sowie die
politische Bildung in der Schule, der die größte Reichweite und eine seit 1989
stetig wachsende Bedeutung zugesprochen wird. Lücken, die die schulische
Bildung bei der Ausübung ihrer Erziehungsaufgaben hinterlässt, werden häufig
von Vereinen und Stiftungen gefüllt.
Trotz
diverser Möglichkeiten, die sich jungen Menschen in Polen heute auftun, kommt
die Autorin zu dem Schluss, das Niveau der zivilgesellschaftlichen
Partizipation unter Jugendlichen sei niedrig. Dazu fehle es vor allem an
Motivation und an der Erfahrung, dass Engagement fruchtbar und sinnvoll sein
kann.
Die Publikation enthält eine
aktuelle Umfrage zur Einstellung junger Polen zu Demokratie und Schule.
Die Autorin der Analyse, Olga Napiontek,
ist Soziologin und stellvertretende
Vorstandsvorsitzende der Stiftung Civis
Polonus. Sie entwickelt u.a. Projekte zur Förderung zivilgesellschaftlichen
Engagements.
Die Polen-Analysen werden monatlich
mit Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit
veröffentlicht.
Was:
Neue Polen-Analysen online
Wo:
http://www.laender-analysen.de/polen/pdf/PolenAnalysen152.pdf
Wann: ab dem 21. Oktober 2014