Vom Hitler-Stalin-Pakt zum Überfall auf die Sowjetunion

Internationale Konferenz zum 80. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion Warschau, 17. September 2021

Am 23. August 1939 schlossen das Dritte Reich und die Sowjetunion einen
Nichtangriffspakt, der als „Hitler-Stalin-Pakt“ in die Geschichte
einging und in einem geheimen Zusatzprotokoll die Vernichtung der Zweiten
Polnischen Republik und Aufteilung Europas in deutsch-sowjetische
Interessenssphären vorsah.

Die beiden Diktatoren verband ein gemeinsames Gewaltverständnis und ihr
Pakt markierte den Auftakt zum Zweiten Weltkrieg: Er ermöglichte Hitler, am 1.
September 1939 Polen zu überfallen, und der Roten Armee am 17. September 1939 den
Einmarsch in Ostpolen.

Das deutsch-sowjetische Kriegs- und Zweckbündnis endete am 22. Juni 1941
mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. In den 22 Monaten seines
Bestehens erwies es sich als perfide „mörderische Allianz“ (Prof. Claudia
Weber) mit weitreichenden historischen Folgen für die Nationen und
Minderheitengruppen in den gewaltsam besetzten Territorien. Die Folgen reichen
bis in die Gegenwart. 

Umso verwunderlicher ist es, dass der Hitler-Stalin-Pakt in der
öffentlichen Wahrnehmung nur wenig präsent ist, teils (bewusst) marginalisiert
wird und – wie zuletzt beim Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die
Sowjetunion – oft in den Hintergrund tritt.

Mit der internationalen Konferenz „Vom Hitler-Stalin-Pakt zum Überfall
auf die Sowjetunion“
haben die deutsch-belarussische gesellschaft e.V., die
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Deutsch-Ukrainische Forum
e.V. versucht, diese folgenschweren Ereignisse in ihren komplexen
Verstrickungen zusammen darzustellen und sie mit Fokus auf die Schicksale von
Belarus und der Ukraine zu reflektieren.

Zum Gespräch über das Gedenken in schwierigen Zeiten
eingeladen waren einschlägige Experten und Expertinnen darunter der ehem. Außenminister Polens Prof. Dr. Adam Daniel Rotfeld, Anton Drobovych, Leiter des Ukrainischen
Institutes für Nationales Gedächtnis und Prof. Dr. Claudia Weber,
Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina.

Die Aufzeichnungen der einzelnen Diskussionen wurden
auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht und sind dort einzeln wie folgt
abrufbar:

„Gedenken in schwierigen Zeiten“ – Gespräch mit Prof.
Dr. Adam Daniel Rotfeld

PANEL I „Der
Vernichtungskrieg im Osten – von divergierenden Narrativen zum differenzierten
Gedenken“

PANEL II „Regionale
Erfahrungen von Gewaltkontinuitäten vor und nach dem 22. Juni 1941“

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes
gefördert.