Außenminister Frank-Walter Steinmeier und
der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna gaben am 16.09. die Entscheidung
des Preiskomitees zur Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises bekannt.
Ausgezeichnet wird posthum der im April
diesen Jahres verstorbene ehemalige polnische Außenminister Władysław
Bartoszewski, Wegbereiter der deutsch-polnischen Aussöhnung und Retter polnischer
Juden. Bartoszewski hat als Häftling im nationalsozialistischen
Konzentrationslager Auschwitz großes Leid erfahren. Später wurde er vom
kommunistischen Regime in Polen mehrfach inhaftiert. Zur Zeit des polnischen
Kriegsrechts verbrachte er anknüpfend an seine zunächst erfolgte neuerliche
Verhaftung mehrere Jahre als Gastprofessor an bundesdeutschen Universitäten.
Nach der politischen Wende in Mittel- und Osteuropa diente Bartoszewski in
mehreren hochrangigen politischen Ämtern – darin das Amt des Außenministers
sowie bis zu seinem Tod des Staatssekretärs in der Kanzlei des
Ministerpräsidenten – dem nunmehr demokratischen Polen. Den deutsch-polnischen
sowie den polnisch-israelischen Beziehungen galt dabei sein besonderes
Engagement.
Der Preis für Władysław Bartoszewski ist
eine Anerkennung für seine großen Verdienste um die Versöhnung zwischen
Deutschland und Polen. Bartoszewksi gilt als einer der Hauptarchitekten der
deutsch-polnischen Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Minister werden den Preis 2016 im Kontext der
Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen
Vertrags über gutnachbarschaftliche Beziehungen und freundschaftliche
Zusammenarbeit an die Erben des Preisträgers übergeben. In dem Jubiläum sehen
die beiden Minister eine gute Gelegenheit für die Ehrung des Andenkens an
Władysław Bartoszewski. Der Deutsch-Polnische Preis, der jährlich von den
Regierungen beider Länder verliehen wird, ist die wichtigste Auszeichnung im
Bereich der deutsch-polnischen Beziehungen.