Ähnlich dem Weltwirtschaftsforum, das jährlich im Schweizer Kurort Davos stattfindet, treffen sich seit 1992 auf Einladung des Warschauer Instituts für Oststudien Politiker, Journalisten und Wirtschaftsexperten der mittel- und osteuropäischen Staaten im polnischen Kurort Krynica, südöstlich von Krakau gelegen.
Die nachbarschaftlichen Beziehungen in Mitteleuropa werden langsam erneut überschattet vom Ringen der Geschichte mit nationalen Mythen, gegenseitigen Vorurteilen und Stereotypen. Neue Nationalismen und religiöse Fundamentalismen erleichtern mit Sicherheit nicht den Prozess der europäischen Integration und stellen gleichzeitig eine Bedrohung für die bürgerliche Gesellschaft dar.
Seit 2004 sind auch die Themen Wissenschaft, Kultur und Medien Gegenstand von Präsentationen und Podiumsdiskussionen im Rahmen des Wirtschaftsforums. Der kulturelle Kontext wird im speziellen Beziehungsgeflecht der Länder im östlichen Europa nicht nur als Wirtschafts- und Standortfaktor gewertet, sondern auch als gewachsenes Fundament und wichtige Plattform internationaler Beziehungen. Die am Forum beteiligten Staaten des östlichen Europa verbinden historische Erfahrungen, die im heutigen Netzwerk politischer und wirtschaftlicher Beziehungen eine bedeutende Rolle spielen.
Das diesjährige Forum steht unter der Leitfrage ‘Europäische Dilemmata. Mitteleuropa – Partner oder Statist?’ Über 2000 Gäste aus ca. 60 Ländern werden in Krynica erwartet. Rund 400 Journalisten werden über das wichtigste Wirtschaftsforum in Mittelosteuropa berichten. Über 160 Diskussionsrunden werden angeboten, u.a. eine zum Thema ‘Mein Nachbar – mein Feind? Dilemmata der Nachbarschaft in der Mitte Europas’. Ziel dieser Diskussion ist es, die Entwicklung der nachbarschaftlichen Feindbilder nachzuvollziehen, ihre Funktionen zu benennen, die Rolle der Politiker und der Medien bei ihrer Erzeugung und Verbreitung zu untersuchen sowie ihre Konsequenzen zu verfolgen.
Ort: Krynica | Termin: 10.-13. September 2008 | link