Die Konferenz widmet sich dem Werk Alfred Döblins unter dem Aspekt der
Interkulturalität. Dabei wird auch sein Interesse für außereuropäische
Kulturen (Indien, Südamerika) Gegenstand sein; doch im Zentrum soll vor allem die
autobiografische Auseinandersetzung dieses Autors mit seinem ‚Heimatland‘
Polen sowie die Begegnung mit Polen und den polnischen Juden stehen.
Einen thematischen Schwerpunkt der Tagung bildet entsprechend Döblins
Reise in der Zweiten Polnischen Republik, die mit einem Anteil von ca. 30 %
nationaler Minderheiten als ein interkultureller Raum angesehen werden
kann. Wie nimmt Döblin die polnische und ost-jüdische Kultur sowie die
Kulturen anderer nationaler Minderheiten wahr? Wie fiktionalisiert er seine
Begegnung mit diesen Kulturen? Welche Differenzen stellt er heraus und
welche Bedeutung verleiht er ihnen? Ferner ist allgemeiner danach zu fragen,
auf welche Weise Döblin in den Reisebüchern seine Begegnungen mit
anderen Kulturen, insbesondere Grenzerfahrungen deutet und ob sich sein
Selbstverständnis als deutscher Jude als Verortung in einem interkulturellen
Raum beschreiben lässt.