Europa befindet sich in einer Krise. Erst prägte die Wirtschaftskrise die Situation in der EU und trug zu
wachsenden Diskrepanzen innerhalb der Gesellschaften bei, dann wurden diese Tendenzen von der
wachsenden Zuwanderung Geflüchteter, die von verschiedenen AkteurInnen skrupellos politisch
instrumentalisiert wurden, verstärkt.
Diese Krisensituation wirkt sich auch auf die Zivilgesellschaft aus.
Einerseits organisieren sich die BürgerInnen, um sich gegenseitig in Notsituationen zu unterstützen.
Anderseits sind in ganz Europa neue radikale Bewegungen zu beobachten, die besonders unter jungen
Leuten populär werden, was die Zukunft der europäischen Demokratie nachhaltig bedrohen kann. Auch in
Deutschland und Polen sind solche „Bürgerbewegungen” aktiv geworden, obwohl besonders diese beiden
Länder andere Erfahrungen mit Zivilgesellschaft machten. Im vereinigten Europa stehen sie vor
vergleichbaren Herausforderungen. Mit einem deutsch-polnischen Seminar in Wrocław, der diesjährigen
Kulturhauptstadt Europas, möchten wir nicht nur die Ähnlichkeiten und Unterschiede hervorheben, sondern
auch zum internationalen Dialog über den Zustand der Zivilgesellschaft in Europa anregen.
Mit VertreterInnen gemeinnützlicher Organisationen aus Polen und Deutschland, sowie mit eingeladenen
WissenschaftlerInnen, JournalistInnen und Intellektuellen werden wir versuchen, folgende Fragen zu
beantworten: Wie versteht die Zivilgesellschaft ihre Rolle im heutigen Europa und in unterschiedlichen
europäischen Ländern? Was könnten zivilgesellschaftliche AkteurInnen zur politischen Kultur in Europa
sowie in verschiedenen europäischen Ländern beitragen? Wie kann man zivilgesellschaftliche Kultur in
Europa stärken? Die geplante Veranstaltung dauert 2 Tage.