Zivilgesellschaftliche Emanzipation in der Türkei und der Ukraine
9. Februar 2016, 18 Uhr
Hessische Landesvertretung, In den Ministergärten 5, 10117 Berlin
Die Türkei und die Ukraine nehmen wegen ihrer strategischen Relevanz unter den Nachbarn im
Osten und Südosten der Europäischen Union eine besondere Rolle ein. Das gilt für die Konfrontation
zwischen Russland und dem Westen ebenso wie für die Flüchtlingskrise und die Konflikte im Nahen
Osten. Kaum eine Entwicklung in den post-sowjetischen Ländern und der sogenannten
Muslimischen Welt ist ohne eine Schlüsselrolle der Türkei und der Ukraine vorstellbar.
Bisher mangelt es allerdings an einer europäischen Politik, die der strategischen Bedeutung und
dem damit verbundenen Potential dieser beiden Länder gerecht wird. Ein Grund für die verfehlte
Politik der EU gegenüber der Türkei und der Ukraine ist das nicht selten reaktive ad-hoc
Engagement, bei dem der Fokus nahezu ausschließlich auf Regierungen und staatliche Strukturen
gelegt wird. Die Gesellschaften in der Ukraine und der Türkei modernisieren sich jedoch zunehmend
und emanzipieren sich vom Staat. Ihr Einfluss auf die Politik wächst – eine Entwicklung, die von der
EU bisher weder gewürdigt, noch aktiv unterstützt wird.
In einer kürzlich mit Unterstützung der
Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit erstellten Studie werden die gesellschaftlichen
Veränderungen und die daraus resultierenden politischen Optionen für die EU untersucht.