drucken

Deutsch-Polnische Zukunftsbrücken für die Ukraine

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte Europas. Er rüttelt am Fundament einer auf Frieden und Freiheit ausgerichteten Staatengemeinschaft und ist ein Weckruf an alle europäischen Gesellschaften, zusammenzurücken und die gemeinsamen Werte zu verteidigen. Polen und Deutschland fällt dabei als Nachbarn im Herzen Europas eine tragende Rolle bei der Unterstützung der Ukraine zu.

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit fungiert schon lange als Brückenbauerin zwischen der Zivilgesellschaft in Deutschland, Polen und den Ländern der Östlichen Partnerschaft, was vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine noch an Bedeutung gewonnen hat und nun intensiviert werden soll. Zu diesem Zweck schreibt die SdpZ unter dem Motto „Deutsch-Polnische Zukunftsbrücken für die Ukraine“ ein niedrigschwelliges Förderprogramm für deutsch-polnisch-ukrainische (Bürger-)Initiativen in Solidarität mit der Ukraine als gemeinsamem Nachbarn in Not aus.

FÖRDERKRITERIEN

Wer? 
Das Förderangebot richtet sich an deutsche und polnische Institutionen der Zivilgesellschaft, die in Kooperation mit einer ukrainischen Partnerorganisation und/oder UkrainerInnen (im Exil) ein Projekt zur Unterstützung der Ukraine umsetzen wollen. Eine Mitwirkung belarusischer Projektpartner steht offen und ist, wo sinnvoll, auch erwünscht.  

Was?
Gefördert werden grenzüberschreitende gemeinsame Initiativen von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Polen und Deutschland, die…

  • den Dialog, Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer über eine (langfristigen) Integration der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine anregen, ihnen das Fuß fassen in der neuen Heimat erleichtern;
  • die zivilgesellschaftlichen Strukturen der ukrainischen Exilgemeinschaft in Polen und Deutschland durch Einbindung in die Aufnahmegesellschaft und (gegenseitige) Vernetzung stärken, zum Ausbau zwischenmenschlicher Kontakte und neuer tri- und multilaterale Kooperationsformate beitragen;
  • das Interesse und Verständnis für das Schicksal der Ukraine und der UkrainerInnen auf der Flucht in der Öffentlichkeit befördern und aufrechterhalten;
  • den gestiegenen öffentlichen Informationsbedarf zur Ukraine und Osteuropa durch Schließung von Wissenslücken und Abbau von Vorurteilen decken und ein breites Publikum für die Wahrnehmung der Ukraine als souveränes Land mit eigener Kultur, Geschichte und Sprache sensibilisieren;
  • die europäischen Perspektiven der Ukraine und künftige Gestalt eines erneut friedlichen Europas im offenen, selbstkritischen und konstruktiven Austausch weiterdenken, gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Ansichten befördern und verlorenes Vertrauen zwischen Polen und Deutschland wieder aufbauen.

Von jeder trilateralen Initiative wird eine aktive Mitwirkung ukrainischer Akteure sowie Einbeziehung der ukrainischen Perspektive erwartet. Besonders berücksichtigt werden Projekte zur Einbindung der jungen Generation (Kinder und Jugendliche, die mit ihren Müttern geflohen sind) in das Bildungssystem und Initiativen zur Unterstützung von Medien- und Kulturschaffenden aus der Ukraine, die in einer prekären Lage sind. Ebenso sind Vorhaben, die sich mit der Rolle von und Herausforderungen für Frauen in Kriegszeiten befassen, ausdrücklich erwünscht. Schließlich richtet sich das Förderangebot auch an kommunale Einrichtungen und möchte die ca. 400 deutsch-polnischen Städtepartnerschaften dazu aufrufen, grenzüberschreitend nachhaltige Strategien und Integrationsansätze für die Geflüchteten aus der Ukraine zu entwickeln.

Projektformate
Förderfähig sind verschiedene Veranstaltungsformate mit und ohne Begegnungscharakter. Wegen der ungewissen Entwicklung der Covid19-Pandemie soll bei Bedarf die Möglichkeit der Umsetzung digitaler oder hybrider Vorhaben genutzt werden, wodurch auch die (Online-)Teilnahme von Mitwirkenden, die sich weiterhin in der Ukraine aufhalten, gewährleistet wäre. Vorausgesetzt, dass sicheres Reisen ins Land wieder möglich sein sollte, können Projekte neben Polen/Deutschland auch auf dem Gebiet der Ukraine stattfinden.   

Förderhöhe
Trilaterale Projekte können mit bis zu 6.500 €/ 30.000 PLN bezuschusst werden. Die Mindestantragssumme beträgt 5.000 €/ 26.000 PLN). Gleichzeitig kann der Zuschuss max. 80% der Projektgesamtkosten decken. Die Auszahlung bewilligter Mittel erfolgt einmalig (100%). Geförderte Projekte müssen innerhalb eines Monats nach Beendigung, spätestens jedoch bis zum 31.07.2023 abgerechnet werden.

Wann? 
Antragseinreichungsfrist: 29.09.2022 - 14.05.2023 
Projektrealisierungszeitraum: 29.10.2022 - 30.06.2023

Wie? 
Die Antragstellung ist abweichend vom regulären SdpZ-Verfahren mit mindestens 4 Wochen Vorlauffrist innerhalb des genannten Zeitraums laufend möglich. Sie erfolgt über das Online-Antragsystem:
https://sdpz.org/zuschussantrage/wie-stelle-ich-einen-antrag-. Im Projekttitel muss der Vermerk „4Ukraine“ zur Einordnung des Antrags eingetragen werden.

Öffentlichkeitsarbeit
Das geförderte Projekt sollte über eine gewisse Sichtbarkeit verfügen, indem seine Ergebnisse öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. Die Zuwendungsempfänger sind verpflichtet auf die finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amtes hinzuweisen, das die Mittel für das Förderprogramm bereitstellt.  Detaillierte Informationen sind in der „Verpflichtungserklärung des Zuwendungsempfängers“ vermerkt.

Hinweise:
Über die Förderung entscheidet nach Qualitätskriterien der SdpZ-Vorstand.
Die Ausschreibung steht unter dem Vorbehalt der Mittelverfügbarkeit. Sollten die Mittel vor Abschluss der Programmlaufzeit erschöpft sein, wird eine entsprechende Mitteilung auf der Internet & fb-Seite erfolgen. Die 4Ukraine-Mittel können nicht mit einer regulären SdpZ-Förderung im Rahmen desselben Projektes verbunden und jeder Institution nur 1x gewährt werden. Für weitere allgemeine Hinweise zur Antragstellung, Projektumsetzung und Abrechnung beachten Sie bitte die ausführlichen Informationen auf den Seiten der SdpZ.


Fot. Anita Baranowska-Koch
Fot. Anita Baranowska-Koch