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Rita Süssmuth ist am 1. Februar verstorben.

Rita Süssmuth ist am 1. Februar verstorben. 

Mit ihr verliert Deutschland eine der prägendsten politischen Stimmen der Nachkriegszeit – und Europa eine herausragende Brückenbauerin, die sich über Jahrzehnte mit großer Beharrlichkeit für Verständigung, Annäherung und einen engen Dialog zwischen Deutschen und Polen eingesetzt hat. 

Rita Süssmuth betonte stets die Bedeutung vertrauensvoller deutsch‑polnischer Beziehungen als Grundvoraussetzung für ein starkes Europa. Ihr Engagement beschränkte sich dabei nie auf Worte: Sie suchte den Kontakt zu Menschen aller Generationen, reiste unermüdlich durch beide Länder, unterstützte zivilgesellschaftliche Initiativen und förderte Projekte, die Begegnung und Austausch ermöglichten. 

Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz für die Errichtung eines Denkmals in Berlin für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Bis zuletzt trieb sie dieses Vorhaben mit großer Entschlossenheit voran. Sie war eine moralische Stimme, die früh und konsequent dafür eintrat, dass das Leid der polnischen Bevölkerung im deutschen historischen Bewusstsein seinen festen Platz erhält und nicht marginalisiert wird. 

Rita Süssmuth hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Zuhören, Respekt und die Bereitschaft zum Dialog für eine gute Nachbarschaft sind – und wie viel eine einzelne Persönlichkeit bewirken kann, wenn sie Brücken baut statt Grenzen zu ziehen. 

Wir danken Rita Süssmuth
für ihren Mut, für ihr unermüdliches Engagement und für ihren großen Beitrag zur deutsch‑polnischen Verständigung.

© David Ausserhofer
© David Ausserhofer